100 Jahre moderne Kosmologie - Vom statischen Einstein-Kosmos zum beschleunigten Universum


Eine spannende Geschichte

Dienstag, 07. November 2017, 20:00

Prof. Dr. Hans-Joachim Blome, Fachhochschule Aachen

Am 8. Februar 1917 berichtete Albert Einstein der Preußischen Akademie der Wissenschaften von seinem Versuch die Allgemeine Relativitätstheorie auf das Universum als Ganzes anzuwenden. Im Einklang mit den astronomischen Beobachtungen favorisierte Einstein damals ein statisches Universum. Der Einstein-Kosmos ist ewig in seiner zeitlichen Erstreckung, räumlich endlich und dennoch unbegrenzt. William de Sitter und Alexander Friedmann erweitern wenig später Einsteins Kosmologie  um die Möglichkeit eines leeren Universums und um Weltmodelle, die expandieren.
Aber erst Georges Lemaitre stellte vor 90 Jahren im Frühjahr 1927 den Bezug der Expansion zur Beobachtung her, indem er die Rotverschiebung des von fernen Galaxien emittierten Lichtes als Resultat der Lichtausbreitung im expandierenden Weltraum theoretisch begründet. Die Erkenntnis der extragalaktischen Stellung der Spiralnebel durch Edwin Hubble (1925) und die Einsicht in die Instabilität des Einstein-Kosmos führten Georges Lemaitre  auf ein Weltmodell mit einem expandierenden Weltraum und beschleunigter Expansion, die erstmals 1998 nachgewiesen wurde.
"Der Zweck einer jeden kosmologischen Theorie ist es, einfache Anfangsbedingungen zu suchen, durch die infolge des Wechselspiels bekannter physikalischer Gesetze unsere Welt in all ihrer Komplexität entstanden sein könnte" formulierte Georges Lemaitre das Programm der modernen Kosmologie vor 70 Jahren. Aber die Antworten auf Einsteins Fragen, warum gibt es den Kosmos mit seinen Sternen überhaupt gibt und ob "Gott" eine Wahl hatte bei der Erschaffung der Welt, stehen immer noch aus.

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Veranstaltungsort: Sternwarte Solingen

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